Im Kururlaub

Es war ihr erster Aufenthalt im Ahrtal. Das Hotel mit Therme, in dem sie es sich zwischen Ausflügen und Wandertouren durch die Weinberge erholen wollten, war zu dieser Jahreszeit gut besucht, und so waren sie froh, dass sie zum Abendessen im Restaurant noch zwei Plätze ergattern konnten am Tisch eines älteren Herren.

„Aber gerne doch“, entgegnete er ihnen lächelnd. „Ich freue mich immer, neue Gäste bei uns in der Gegend willkommen heißen zu können. Ich wohne im Ort und komme hier gerne zum Abendessen hin und um die Therme zu genießen.“ Im Laufe des Essens tauschten sie ihre Geschichten aus und er schwärmte ihnen von der Schönheit der Landschaft vor, für die er sich sogar großzügig als Fremdenführer anbot. „Am beschaulichsten ist es am späten Nachmittag, wenn die Hitze vorüber ist und die Trauben in der Abendsonne glühen. Ich hole euch um fünf Uhr hier ab, wartet einfach vorm Eingang an der Straße auf mich.“ Als der Nachtisch gemeinsam verspeist war, verabschiedete sich ihr neuer Bekannter von ihnen und sie selbst zogen sich aufs Zimmer zurück, um eine geruhsame erste Urlaubsnacht zu verbringen.

Nach ausgiebiger Erholung in Sauna, Dampfbad und Pool waren sie am folgenden Nachmittag voller Tatendrang, als sie zu ihrem Gastgeber ins Auto stiegen. Er fuhr mit ihnen eine gewundene Strecke durch die Berge und Hänge und sie hielten gelegentlich an einem besonders malerischen Ort, um die Landschaft auf sich wirken zu lassen. Höher und höher wanden sich die Serpentinen, und schließlich senkte sich bereits die Sonne, als sie auf einem wenig befahrenen Landweg anhielten, von dem man die mit Weinreben bewachsenen Hänge herunter das ganze Tal überblicken konnte.

Er winkte ihnen, ihm zu folgen.

„Dort oben ist mein Lieblingsplatz. Wenn ich malen könnte, würde ich dort meine Staffelei aufstellen! Lass die Tasche ruhig im Auto, hier oben verirrt sich kein Autoknacker hin.“ Nach kurzem Aufstieg durch die Reben erreichten sie ein kleines Plateau. „Soll ich euch hier mal zusammen mit deinem Handy ablichten?“ Nachdem er so mit dem Handy des Mannes eine Reihe gemeinsamer Fotos der beiden geschossen hatte, steckte er es in seine Hosentasche und nahm seine eigene Kamera zur Hand, die er den Tag über schon um den Hals getragen hatte.

„So, und jetzt machen wir noch ein paar Aufnahmen für meine Sammlung. Zieht euch mal aus.“ Völlig perplex starrte das Paar ihn an. „Ihr könnt natürlich auch zu Fuß zurück ins Hotel. Es hat bestimmt noch eine halbe Stunde Licht.“

Vor diese Wahl gestellt, zog der Mann widerwillig sein T-Shirt über den Kopf, während die Frau ihre Bluse aufknöpfte. Als er sich die Hose herunterzog, war sie bereits bis auf Slip und BH entkleidet und blickte beschämt in die Kamera, welche jeden Schritt ihrer Entblößung festgehalten hatte.

„Die Unterwäsche auch noch bitte. Ich hab doch gesagt ausziehen, und das heißt nackig bei mir!“ Der Mann öffnete seiner Partnerin den Büstenhalter, so dass sie ihn sich schneller abstreifen konnte, während er seine Unterhose herunterließ und neben sich im Gras ablegte. Sie blickte ihn kurz an und zog sich dann auch das eigene Höschen aus.

Nun standen sie beide völlig entkleidet im letzten Abendlicht vor der Kamera ihres Fotografen.

„Dreht euch bitte auch noch um. Genau so, und jetzt die Beine gespreizt. Schaut mal, ob ihr mit den Händen auf den Boden kommt. Beine schön gestreckt lassen dabei. Ja, so sieht das toll aus von hinten, mit der Sonne am Horizont. Gut, ich hab euch im Kasten, ihr könnt euch wieder anziehen.“

Noch immer geschockt davon, so überrumpelt worden zu sein, zog sich das Paar an und folgte ihm wortlos zurück zum geparkten Auto. Nachdem ihr Fahrer die zurückgelassene Tasche, das Handy und seine eigene Kamera im Kofferraum verstaut hatte, stiegen sie auf den Rücksitz und ließen sich still ins Tal hinunter zu ihrem Hotel fahren.

„Eure Handys behalte ich noch, solange ihr hier wohnt. Wir werden immer zusammen unterwegs sein, da braucht ihr sie nicht. Ich hole euch morgen wieder ab. Diesmal aber schon um 10 Uhr morgens, ich will eine Serie ganz mit der Sonne im Zenit schießen. Und rasiert euch bitte vorher noch die Schamhaare weg. Bis dann, schlaft schön!“

Mit diesen Worten ließ er das Paar zurück und fuhr die dunkle Straße herunter, während sie Hand in Hand ins erleuchtete Foyer traten.